Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Experten starten 5-Millionen-Euro-Projekt der EU

Auftakt-Konferenz des am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung koordinierten EU-Forschungsverbundes CUPESSE am 10. Februar / Elf Expertengruppen aus zehn Ländern untersuchen länderübergreifend das Zusammenspiel von Jugendarbeitslosigkeit und Familienwerten

Um der teils gravierenden Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu begegnen, fördert die EU das interdisziplinäre Forschungsprojekt CUPESSE am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim mit rund fünf Millionen Euro. Ziel ist es, länderübergreifend die Ursachen und Folgen des Problems zu erheben sowie Gegenmaßnahmen vorzuschlagen.

Die Initiatorin und Koordinatorin des CUPESSE-Projekts, die Politikwissenschaftlerin Professor Jale Tosun, lädt für den 10. und 11. Februar internationale Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis zur Auftakt-Konferenz an die Universität Mannheim ein, um die wissenschaftliche Herangehensweise zu erörtern und die Zusammenarbeit offiziell zu eröffnen.

Im Fokus: Familiäres und soziales Umfeld sowie Normen und Werte
Im Rahmen von CUPESSE sollen umfassende länder-, generationen- und kontextübergreifende Erhebungen durchgeführt werden. Die Befragungen richten sich an Frauen und Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren, beziehen aber auch deren familiäres und soziales Umfeld mit ein, um Zusammenhänge zu belegen und langfristige Entwicklungen abzubilden. „Besonderes Augenmerk liegt dabei erstmals auf den Normen und Werten, die jungen Menschen in den Familien generationenübergreifend und in unterschiedlichen kulturellen Kontexten vermittelt werden“, erklärt Jale Tosun. „Hierbei untersuchen wir nicht nur, welche Rolle die Wertevermittlung durch die Eltern spielt, sondern auch welchen Einfluss die Großeltern haben.“

Nach Überzeugung der Forscher haben diese Faktoren Einfluss darauf, ob Jugendliche beim Streben nach wirtschaftlicher Eigenständigkeit erfolgreich sind. Wer etwa in einem von Arbeitslosigkeit geprägten Umfeld aufwächst, hat es auf dem Arbeitsmarkt oder als Existenzgründer mutmaßlich schwerer. CUPESSE soll dazu beitragen, dass die grassierende Jugendarbeitslosigkeit in Teilen Europas nicht zu langfristiger und generationenübergreifender Abhängigkeit von den Sozialsystemen führt.

Ständiger Austausch mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Um den Austausch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu gewährleisten, wird CUPESSE neben einem international besetzten wissenschaftlichen Beirat auch von einem praxisnahen Gremium begleitet. In ihm sind neben Politikern auch Unternehmensvertreter, Gewerkschafter sowie Repräsentanten der Handwerkskammern mehrerer europäischer Länder vertreten.

Internationale Zusammenarbeit
An dem Forschungsvorhaben, das nach dem englischen Titel „Cultural Pathways to Economic Self-Sufficiency and Entrepreneurship: Family Values and Youth Unemployment in Europe” den abgekürzten Namen CUPESSE trägt, sind neben deutschen Wissenschaftlern auch Experten aus Dänemark, Großbritannien, Italien, Österreich, der Schweiz, Spanien, Tschechien, der Türkei und Ungarn beteiligt. Sowohl Politikwissenschaftler als auch Soziologen, Ökonomen, Statistiker und Psychologen sind im Projektteam vertreten. Es handelt sich um das erste Projekt dieser Größe innerhalb des 7. EU-Rahmenforschungsprogramms, das von einer deutschen Einrichtung aus koordiniert wird.

Quelle: IDW

Rekordarbeitslosigkeit in Frankreich

AfD-Sprecher Bernd Lucke

AfD-Sprecher Bernd Lucke

„Auch Frankreich gerät immer mehr in die Abwärtsspirale mangelnder Wettbewerbsfähigkeit, aus der es innerhalb des Euroraums kaum ein Entrinnen gibt“, so kommentiert Bernd Lucke, Sprecher der Alternative für Deutschland, die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus Frankreich.

In Frankreich stieg die Zahl der Erwerbslosen im September auf rund 3,3 Millionen bzw. 10,9 Prozent an und erreichte damit ein neues Rekordhoch. 60.000 Menschen mehr als noch im Vormonat suchten damit eine Arbeit.

Frankreich gerate zusehends zur Belastung der Eurozone und Präsident Hollande sei entweder nicht willens oder nicht fähig, dass Steuer noch rechtzeitig herumzureißen, so Lucke weiter. Ändere sich daran nicht bald etwas, drohe auch Frankreich zu einem Sanierungsfall zu werden. Eine wie auch immer geartete Rettung der Grande Nation sei aber nicht zu finanzieren.

Lucke bedauerte, dass dieser wichtigen Meldung aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Zuge der Abhöraffäre bislang kaum Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. Dabei sei die grassierende Arbeitslosigkeit in allen südlichen Eurostaaten die größte Bedrohung des einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes. „Zudem ist es wirtschaftlich falsch und menschenverachtend, wenn die Regierungen der Euroländer und die Brüsseler Bürokratie bereit sind, die Zukunft einer ganzen Generation zu opfern“, stellte der AfD-Chef fest.