Europawahl-Bewerber Dilger zeigt klares Profil

Prof. Dr. Alexander Dilger

Prof. Dr. Alexander Dilger

Folgendes Interview mit Prof. Dr. Alexander Dilger ist zuerst auf der Facebook-Seite des AfD-Bundesverbandes erschienen.

Professor Dr. Alexander Dilger stellt sich auf der Bundeswahlversammlung in Aschaffenburg zur Abstimmung als von NRW nominierter Kandidat für die bevorstehende Europawahl. Der frisch gebackene Vater hat eine Wirtschaftsprofessur an der Universität Münster inne und wohnt in Dortmund. Als früherer Sprecher der Alternative für Deutschland NRW war er maßgeblich an Gründung und Aufbau des Landesverbandes beteiligt. Wir haben ihn gefragt, welche Position er in Sachen Europa vertritt.

1. Wie stehen Sie zum Euro?
Der Euro schadet allen Ländern und sollte deshalb abgeschafft werden. Die Rückkehr zu nationalen Währungen einschließlich DM in Deutschland ist am besten. (Siehe dazu meinen Blog.) Zumindest muss jedes Land das eindeutige Recht erhalten, die Eurozone zu verlassen. Volksabstimmungen dazu wären gut. In jedem Fall ist die unselige Eurorettungspolitik zu beenden.

2. Was möchten Sie im Europaparlament erreichen?
Mit der AfD werde ich im Europaparlament für die Abschaffung des Euro werben und dafür Verbündete suchen. Außerdem muss die EU reformiert werden. Wir wollen ein Europa der Vaterländer und kein bürokratisches Monster, welches ohne hinreichende demokratische Legitimation in die einzelnen Staaten hineinregiert. Verordnungen der ernannten EU-Kommission dürfen nicht länger über Gesetzen von gewählten Parlamenten stehen. Auch das Europaparlament selbst muss demokratischer werden. Es darf nicht sein, dass bei der Europawahl eine Stimme aus Malta mehr als zehnmal so viel zählt wie eine Stimme aus Deutschland.

3. Seit Anfang 2014 gilt volle Freizügigkeit für Rumänen und Bulgaren, was sagen Sie dazu?
Für nachgefragte Arbeitskräfte finde ich die europäische Freizügigkeit in Ordnung, allein zum Bezug von Sozialleistungen nicht. Das ist auch nicht von den EU-Verträgen gedeckt. In meiner Heimatstadt Dortmund gibt es enorme Probleme mit Armutszuwanderung, die nicht nur hohe finanzielle Kosten, sondern auch große soziale Spannungen verursacht. Damit wird weder den Zuwanderern noch den Einheimischen geholfen.

4. Was halten Sie vom geplanten Afrikaeinsatz deutscher Soldaten?
Ich bin dagegen, dass deutsche Soldaten in alle Welt geschickt und dort womöglich in tödliche Kämpfe verwickelt werden. Die Bundeswehr sollte sich allein auf die Verteidigung konzentrieren. Es ist nicht ihre Aufgabe, beispielsweise unter französischem Kommando in Konflikte in französischen Ex-Kolonien verwickelt zu werden. Auch in Afghanistan haben deutsche Soldaten nichts verloren.

5. Soll Ihrer Meinung nach die Türkei der EU beitreten?
Die Türkei gehört nicht in die EU und die Beitrittsverhandlungen sind sofort zu beenden. Nur ein kleiner Teil der Türkei liegt überhaupt in Europa, die türkische Kultur ist nicht europäisch, ihre Demokratie ist fragil und die Wirtschaftskraft zu schwach. Ein Freihandelsabkommen und enge wirtschaftliche Zusammenarbeit sind zu begrüßen, ein EU-Beitritt mit allen Rechten und Pflichten nicht. Zumindest müssten die Völker Europas zuvor gefragt werden, die jedoch zu großen Teilen gegen einen solchen Beitritt sind.

Das Interview führte Kathrin Rommel von der Alternative für Deutschland NRW.

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