Die Väter der sozialen Marktwirtschaft

Stiftung für Freiheit und Vernunft

Stiftung für Freiheit und Vernunft

Was wir von den Gründervätern lernen können

[München] Gestern Abend fanden die Münchner Wirtschaftsgespräche erstmalig unter dem Dach der neu gegründeten Stiftung für Freiheit und Vernunft statt. Prof. Dr. Dr. Franz Kromka stellte in einem gelungenen Vortrag die zentralen Positionen der „Gründerväter der sozialen Marktwirtschaft“ dar – Franz Böhm, Walter Eucken, Ludwig Erhard, Alfred Müller-Armack, Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow trugen mit ihren Theorien und ihrem Wirken maßgeblich zu der schnellen und vor allem nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung Deutschlands bei. Inzwischen jedoch finden ihre Thesen und Positionen immer weniger Beachtung.

Die Gründerväter waren der festen Überzeugung, dass sich echter Wohlstand nur durch eine freiheitliche Gesellschaftsordnung erreichen lasse – ausufernde Staatswohlfahrt hingegen zerstöre auf lange Sicht sowohl den Wohlstand als auch die Freiheit. Allerdings war den Gründervätern bewusst, dass Freiheit nicht unbeschränkt gelten könne, sondern einer wohlbegründeten Rahmenordnung und Regulativen bedürfe.

Privateigentum und Arbeit spielen dabei in den Überlegungen der Gründerväter die zentrale Rolle: Denn das Privateigentum dient der Freiheit und fördert zeitgleich Bewusstsein für Verantwortung, schließlich sorgt man für seine eigenen Dinge am besten. Zudem führt Eigentum, dank seiner effizienten Nutzung, zu effektiven Investitionen, die schließlich der Gesellschaft als Ganzes dienen xenical 120.

Auch die Rolle der Arbeit ist essentiell. Der Bürger solle für sich selbst sorgen, so das zentrale Dogma der sozialen Marktwirtschaft. Hierfür bedarf es „guter Arbeit“ – worunter die Gründerväter primär eine selbstständige Arbeit verstanden. Denn das „Flow-Erlebnis“ eigenständigen Tuns lasse sich am besten in der Selbständigkeit erfahren. Heutzutage sind hingegen 87% aller Berufstätigen in ihrem „Job“ unglücklich. Ein deutlicher Hinweis darauf, wie wichtig gerade die persönliche Freiheit und Erfüllung im Beruf sind, der ökonomische Erfolg hingegen komme oft erst an zweiter Stelle.

Kromka rekurrierte darüber hinaus auch auf die Bedeutung der Familie und der Heimat für die Gründerväter. Die Heimatbindung spielte für die Gründerväter eine wichtige Rolle im Sinne eines Regulativs, sowohl für den Staat als auch für den Markt. Gerade vor dem Hintergrund des „Wunders Europa“ müsse daran erinnert werden, dass Europa durch die Unterschiede der Völker und die Konkurrenz derselben zueinander groß wurde. Während Ludwig Erhard noch eine „Harmonisierung durch Wettbewerb“ vorgeschwebt habe, so glaube man in der heutigen EU an Wettbewerb durch Harmonisierung. Diese Vorstellung aber mache die Subventionstöpfe und die Brüssler Bürokratie unabdingbar.

Mit seinem anregenden Vortrag verdeutlichte Prof. Kromka, wie weit sich unsere Gesellschaft und unser Staat von den ursprünglichen Ideen der sozialen Marktwirtschaft entfernt haben. Dass dies keinesfalls zum Nutzen der Bürger ist, zeigten bereits die vielen, teils emotionalen Wortmeldungen im Anschluss an den Vortrag.

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